Therapie mit Hängematten

Das Liegen in der Hängematte hat einen starken Wiege- Effekt. Jeder kennt die beruhigende Wirkung leichten Schaukelns auf Babys und Kleinkinder.

Viele Ärzte und Erzieher sind der Auffassung, dass das Ruhen in Hängematten die Fortsetzung der sanften Bewegungen im Mutterleib darstellen und ausgesprochen wichtig für die weitere Ausprägung des Gleichgewichtssinns, der Bewegungskoordination und der Wahrnehmungsintensität sind. Denn in dieser Phase werden die Grundlagen für die Integration der Hirnstammebene gelegt.

Diese ist die notwendige Vorstufe für jede weitere Entwicklung der Sinnesebenen: des Vestibularsinns (Gleichgewichtssinn), der Propriorezeption (Wahrnehmung des Körpers im Raum) und des taktilen Sinns (Druck und Reizübertragung über die Haut). Diese drei Systeme stehen in enger Beziehung zueinander und beeinflussen sich gegenseitig. Sie sind verantwortlich für eine gesunde Körperspannung.

 

Kinder, deren Tonusregulation gestört ist, fallen oft durch Unruhe, Konzentrationsschwächen oder körperliches Ungeschick auf. Das sind die Folgen einer unterbrochenen Ausbildung der Körperspannung, die durch das Unterbewusstsein gesteuert wird. Dagegen kann man nur mit therapeutischen Mitteln angehen. Hängematten haben dabei eine große Bedeutung. Die Therapie für konzentrationsschwache Kinder kann zum Beispiel natürlich nicht am Tisch oder mit Sportübungen realisiert werden.

Sie müssen für die Rückkehr zum Ausgangspunkt der Störung am besten einen Schwebezustand einnehmen. Die Muskeln kehren in den Ruhetonus zurück und werden von hier neu entwickelt. Zu aller erst wird die herabgesetzte Gesamtmuskelspannung neu aktiviert. Denn wer nicht von Haus aus eine normale Muskelspannung erreicht, benötigt viel Kraft, um diese bewusst herzustellen. Diese Kraft fehlt dann allerdings in anderen Bereichen. Vitalität, Bewegungsfreude und Konzentration werden damit zu Eigenschaften, die mit einer solchen Störung nur sehr schwer zu erreichen sind. Allein schon das notwendige Koordinieren von Bewegungen übersteigt dann bereits die Leistungsfähigkeit des Patienten.

 

Es ist auch keine Frage des Willens, denn diese Funktionen werden von einer sehr tiefen Ebene des Gehirns gesteuert, die das Bewusstsein nur sehr schwer beeinflussen kann. Mit Hängematten kann eine Besserung der Tonusregulation herbei geführt werden, indem passive und aktive Bewegungen verstärkt und beschleunigt werden, der Patient dabei aber nicht in seine üblichen Verkrampfungen zurück fällt und unbewusst neue Wege der Kontrolle lernt. Weitere therapeutische Gegenstände dafür sind zum Beispiel auch Schaukeln oder Rollbretter.

 

Das Ziel besteht darin, durch das Zusammenwirken der Sinnessysteme eine verbesserte Motorik reifen zu lassen, die sich automatisiert und nicht die Kraft des Patienten für andere Prozesse blockiert. Selbstverständlich ist die Therapie mit Hängematten auch für andere Altersgruppen anwendbar. Neben dem motorischen Effekt gibt es auch den rein psychischen. Die entspannte Lage in der Hängematte schafft zum Beispiel viel bessere Aufnahmebedingungen als üblicherweise.


Ihr Warenkorb
keine Produkte