Hängematten und der Rücken

Weit verbreitet ist die Ansicht, dass man in Hängematten zwar eine Weile der Entspannung haben kann, längeres Liegen aber zu Rückenproblemen führen kann. Gleich vorweg: das Gegenteil ist der Fall. In Lateinamerika sind Hängematten beliebte Schlafstätten und in Europa werden sie sogar für ergonomische Therapiezwecke eingesetzt. Hängematten und der Rücken sind zwei Themen, die sich durchaus sehr gut miteinander vertragen.

 

Wie also kommt es zu der fatalen Fehleinschätzung?

Die Seefahrer und Entdecker der Neuen Welt haben zwar die Hängematte in Europa eingeführt, aber leider nicht mit der richtigen Gebrauchsanweisung. Als platzsparende Schlafstelle auf Schiffen war sie schnell beliebt, aber aus genau dem gleichen Grund bürgerte sich ein falscher Gebrauch ein. Die Hängematten wurden in engen Abständen parallel gehangen und der Länge nach genutzt. Natürlich hingen sie schnell durch, denn auch eine optimale Straffung wurde nicht bedacht. Hinzu kam, dass die Seeleute ausschließlich Segeltuch benutzten, also ein extrem luftundurchlässiges Material, dass zum einen Hitzestau verursacht und zum anderen dadurch unangenehme Schweißgerüche produziert.

Das europäische Denken in Fragen Schlaflage wurde einfach auf die Hängematten übertragen, die aber eigentlich genau anders herum funktionieren. Die Stabhängematte entspricht schon eher den europäischen Vorstellungen. Hier orientierte man sich an den Stäben, die durchaus den Eindruck einer Längsbegrenzung der Hängematte erwecken wie beim traditionellen Bett. Hier kommt es auf die richtige Spannung der Hängematte an, um den Körper angenehm und gesund zu betten. Wer in einer Hängematte mit den Beinen über die Kopfhöhe gerät, wird natürlich aus dieser unangenehmen Lage Rückenbeschwerden davon tragen. Durch den immer wieder anzutreffenden falschen Gebrauch der Hängematten hat sich die Meinung verfestigt, Hängematten und der Rücken in gesunder Lage seien nicht miteinander vereinbar.

 

Wie benutzt man eine Hängematte richtig?

Bei Stabhängematten ist, wie bereits gesagt, die Längslage kein Problem, wenn die richtige Spannung hergestellt worden ist. Es ist sogar leicht gefährlich, eine andere Position einzunehmen. Denn die Stäbe fixieren eine Ebene mit geringer „Kantenhöhe“, so dass man beim Schaukeln Gefahr läuft, aus der Hängematte heraus zu fallen. Hängematten ohne Stäbe sind von vorn herein darauf ausgelegt, dass man quer oder wenigstens diagonal in ihnen liegt. Die Breite ist genau deswegen immer so gewählt, dass der menschlichen Körper in ausgestreckter Länge quer in die Hängematte passt.

Wenn nun noch bei einer drei Meter langen Hängematte die Aufhänghöhe 1,80 Meter beträgt, schwebt man absolut bequem und nicht allzu hoch über dem Boden. Der Körper kommt so in eine optimale Position mit leicht eingerolltem Becken und hat eine Schlafstätte, die sich ihm anpasst und nicht umgekehrt.


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